Der Trick aus der Backabteilung!
Wir schreiben das Jahr 1996, als der fesselnde Action-Blockbuster Mission: Impossible gedreht wird. Das Budget ist extrem straff kalkuliert, und die Gerätedesigner schuften unter Hochdruck, um für den Meisterspion Ethan Hunt ein absolut ikonisches Werkzeug zu erschaffen: den roten und grünen Kaugummi-Sprengstoff, der explodiert, sobald man die beiden Hälften miteinander verknetet. Regisseur Brian De Palma stieß dabei auf das unerbittliche Problem, dass echtes Silikon oder Spezialknete im fahlen Licht der Scheinwerfer viel zu matt und unrealistisch aussahen. Der Special-Effects-Designer schnappte sich ein billiges Produkt im nächsten Süßwarenladen, das spottbillig in rauen Mengen im Regal stand. Es passte rein logistisch perfekt zu seiner Vision, Zeit und Geld zu sparen.
Der Clou an der Sache: Die Geheimwaffe für den futuristischen Spionage-Sprengstoff war eimerweise echte, bunte Kaugummi-Knetmasse aus der Süßwarenabteilung. Das Team am Set bekam vor den Aufnahmen in der engen Restaurant-Kulisse beinahe Panik, weil das zuckersüße Zeug unter den unbarmherzigen, kochend heißen Studio-Lampen unaufhaltsam anfing zu schmelzen. Der Designer lachte die Bedenken bezüglich der klebrigen Schlamassel-Optik jedoch nur aus und dachte sich: „Was soll das Ganze? Das zieht auf der Leinwand fantastische, elastische Fäden!“ Er rührte die Zuckermasse eimerweise an und ließ Tom Cruise die klebrigen Klumpen vor jedem Take live verkneten. „Mach dir keine Sorgen. Niemals achtet ein normaler Kinobesucher bei diesem rasanten Tempo auf die klebrigen Rückstände an den Fingern des Hauptdarstellers!“, dachte sich das Team.
Der geniale Fail
Der Film kam nach intensiver Postproduktion in die Kinos und trat weltweit eine gigantische Welle des modernen Agenten-Kinos los. Genau in dieser Zeit starrten Millionen von Menschen gebannt auf die Leinwand, wenn der Spion den Kaugummi an das riesige Aquarium klebte und die gewaltige Flutwelle losschlug. Als die dramatischen Szenen im Kino anliefen, raste die Wahrheit unbemerkt an den Augen des Publikums vorbei: Während das Aquarium in einer spektakulären Explosion zersplitterte, musste das Kamerateam hinter den Kulissen einen bitteren Preis bezahlen. Die Kaugummi-Masse hatte sich durch die Hitze so unerbittlich in die Ritzen der teuren Kulissen und Böden gefressen, dass die Crew nach jedem einzelnen Take stundenlang mit Spachteln, Heißwasser und purem Frust das Set reinigen musste. Hollywood wollte das fortschrittlichste Gadget der Popkultur erschaffen und hat stattdessen den klebrigsten Albtraum der Requisiten-Geschichte unsterblich im Kino-Kanon verewigt.
B-Seiten-Bonus
Wenn du das nächste Mal die legendäre Restaurant-Explosion in Mission: Impossible schaust und die Luft anhältst – herzlichen Glückwunsch, du fieberst offiziell mit einem Actionhelden mit, dessen mächtigste Geheimwaffe unter der Oberfläche aus einer klebrigen Süßwarenabteilung stammte und der nach der Szene wahrscheinlich erst einmal stundenlang seine Hände waschen musste!